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Allgemeine Informationen zu Erdgas
Das brennbare Naturgas Erdgas kommt in unterirdischen Lagerstätten vor und entsteht auf ähnliche Art und Weise wie Erdöl. Aus diesem Grund tritt es auch mit Erdöl zusammen auf. Erdgase bestehen überwiegend aus Methan, unterscheiden sich in ihrer weiteren chemischen Zusammensetzung jedoch erheblich, da diese von der Fundstätte abhängig ist. Allerdings ist der Hauptbestandteil grundsätzlich Methan sowie größere Anteile von Kohlenwasserstoffen wie Ethan, Propan, Butan und Ethan. Ein weiterer Bestandteil ist Schwefelwasserstoff sowie Kohlendioxid. Zudem gibt es Erdgase mit einem Anteil an Helium, die für die Heliumgewinnung daher sehr wichtig sind.
Aus abgestorbenen Kleinstlebewesen wie Mikroorganismen, Algen und Plankton entsteht Erdgas unter Ausschluss von Luft, bei hohen Temperaturen und unter einem hohen Druck. Die Kleinstlebewesen sind innerhalb von vielen tausend Jahren auf den Grund der früheren Ozeane abgesunken und wurden von undurchlässigen Schichten überdeckt. Im Laufe der Zeit setzten sich chemische Prozesse in Gang, die zur Bildung von Erdgas führten. Somit ist das meiste Erdgasvorkommen vor 15 bis 600 Millionen Jahren entstanden.
Zu finden ist das Erdgas meist in Kohlenwasserstofffeldern, wobei im Gebiet des Wiener Ostbahnhofes im Jahre 1844 erstmals in Europa Erdgas gefunden wurde. Im Jahre 1892 fand man bei Wels größere Erdgasvorkommen zudem gibt es viele Felder in Norwegen, Katar und in Russland. Auch der Iran hat vermutlich noch viele nicht erschlossene Felder.
Gewonnen wird das Ergas durch Bohrungen. Anschließend wird es in andere Aggregatzustände versetzt, womit ein Transport ermöglicht wird.
Ein wesentlicher Vorgang bei der Aufbereitung von Erdgas ist die Trocknung. Hierbei wird dem Erdgas Wasser entzogen und es wird verhindert, dass sich Methanhydrate bilden. Diese würden die Armaturen einer Pipeline verunreinigen und beschädigen. Des weiteren wird durch die Trocknung ein gleichbleibender Brennwert bei der Einspeisung in das öffentliche Netz gewährleistet.
Die weltweite Förderung von Ergas betrug im Jahre 2004 ungefähr 2.689 Milliarden m³. Dabei waren die Hauptförderer Russland mit 22% und die USA 20%. Des weiteren sind Kanada, Großbritannien, Algerien, Indonesien, Niederlande, Norwegen, Usbekistan, Iran, Argentinien, Mexiko, Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate und Malaysia wichtige Lieferanten für Erdgas.
Weltweit deckt Erdgas ungefähr 24% des Energieverbrauchs. In Deutschland betrug der Erdgas-Anteil am Gesamtenergieverbrauch im Jahre 2006 rund 24%. Mehr als die Hälfte aller deutschen privaten Haushalte werden inzwischen mit Erdgas beheizt. Überwiegend beliefern Russland, Norwegen und die Niederlande Deutschland mit Ergas. Allerdings wird rund ein Fünftel des deutschen Bedarfs in Norddeutschland selbst gefördert. Die Versorgung Deutschlands soll mit der politisch sehr umstrittenen „Nordeuropäischen Gasleitung“ ab dem Jahre 2010 gesichert werden. Diese Pipeline befindet sich zwischen Russland und Greifswald und deckt ungefähr 50% des deutschen Jahresbedarfs. Zudem überleget man seit nunmehr 25 Jahren, ob man bei Wilhelmshaven einen Terminal für Flüssigtanker baut. Damit könnte die Abhängigkeit vom Importen reduziert werden. Bisher lagert Deutschland rund 18,6 Kubikmeter Erdgas in Untergrundspeichern, damit kurzfristige Importstörungen und Bedarfsschwankungen aufgefangen werden können.
Überwiegend wird in Deutschland Erdgas für Gasturbinenkraftwerke verwendet. Des weiteren gibt es seit einigen Jahren auch Ergas als Treibstoff für Kraftfahrzeuge. Im Bereich des Wohnens wird Erdgas schon seit Jahren als Wärmelieferant und zur Aufbereitung von Warmwasser verwendet.
